Am Wochenende bin ich Zuhause. Am Morgen holt mich das Taxi ab und bringt mich zur Schule. Ich gehe direkt ins Klassenzimmer. Meine Betreuungspersonen von der Wohngruppe und meine Mitbewohner sehe ich erst beim Mittagessen.
Nach dem Unterricht begebe ich mich selbständig auf die Wohngruppe. Dort ist der Tisch gedeckt und das Essen steht bereit. Wir können uns, hungrig wie wir sind, direkt hinsetzen und das feine Essen geniessen. Da ich wegen meiner Religion nicht immer das Gleiche esse wie die anderen, kriege ich wenn nötig Essen aus einem anderen Topf, sonst ist aber alles gleich.
Nach dem Mittagessen muss ich im Badezimmer die Zähne putzen und dann mein Ämtli erledigen. Heute bin ich eingeteilt beim Boden wischen. Jemand anderes ist eingeteilt, den Tisch abzuräumen, den Tisch zu putzen, den Essenswagen zurück in die Küche zu bringen usw.
Dann habe ich Freizeit und ich darf eine halbe Stunde machen was ich Lust habe. Heute entscheide ich mich dafür, mit meinem Freund Sämi Uno zu spielen. Wir fragen unsere Betreuerin, ob sie auch mitspielt. Andere gehen nach draussen und schaukeln. Melanie geht in ihr Zimmer und geniesst die Ruhe.
Wenn die Freizeit vorbei ist, geht es zurück in den Unterricht. Ich werde nicht begleitet, aber andere Mitbewohner von meiner Wohngruppe werden zurück in die Schule begleitet. Heute dauert der Unterricht bis 15.05 Uhr.
Nach der Schule gehe ich wieder zurück auf die Wohngruppe. Heute habe ich wieder Hunger nach der Schule und esse meinen feinen Zvieri. Dann erledige ich Hausaufgaben und ich habe wieder Freizeit. Wir haben viele Dinge zur Auswahl, zum Beispiel Gesellschaftsspiele, Plüschtiere, Bücher und Musik. Heute entscheide ich mich dafür, meine 30 Minuten Medienzeit direkt einzuziehen. Denn heute darf ich um 17.00 Uhr in die Schwimmhalle. Bis dahin geniesse ich mein Handy und dann höre ich noch etwas Musik in meinem Zimmer - ich will ja schliesslich fit sein fürs schwimmen. Um 17.00 Uhr gehen wir mit der ganzen Wohngruppe und drei Betreuern schwimmen - wir können plantschen und spielen was wir wollen. Schwimmunterricht haben wir schon in der Schule, um so cooler, dass wir jetzt machen können was wir wollen und unseren Betreuerinnen zeigen können, was wir in der Schule gelernt haben.
Nach dem Schwimmen haben wir alle Hunger. Weil heute Montag ist, wurde das Essen von der Küche bereits vorbereitet. Jeden Mittwoch kochen wir jeweils alle zusammen auf der Gruppe, wir suchen das Menü aus, gehen alle zusammen (oder einzelne) einkaufen und bereiten alles zu. Dabei achten wir natürlich auch auf Allergien usw. Zurück zum Essen von Heute. Das Essen ist bereits zubereitet nach dem Schwimmbad. Heute gibt es feine Toast Hawaii. Für die einen mit Schinken, für die anderen ohne Schinken. Wir essen alle zusammen und erzählen vom Tag. Die einen von unserer Gruppe können nicht sprechen und teilweise geht es sehr chaotisch zu und her beim Essen. Aber es kommt jeder zu seinem Essen und am Abend sind wir alle satt.
Nach dem Essen steht wieder unser Ämtli an, auch das können nicht alle gleich gut, aber trotzdem hat jeder seine kleine Aufgabe. Da ich am Mittag schon den Boden gewischt habe, mache ich dies auch am Abend. Wir lieben Routinen auf unserer Gruppe. Wir sind zwar nach diesem anstrengenden Tag sehr müde, aber wir spielen trotzdem noch ein bisschen.
Bis es um 20 Uhr Zeit zum bettfertig machen ist. Wir putzen die Zähne, waschen unser Gesicht und die Hände. Duschen müssen wir heute nicht, wir haben ja bereits nach dem Schwimmen geduscht. Dann geht jeder in sein Zimmer. Wir haben alle ein eigenes Zimmer. Ich mag es, wenn man am Abend mit mir noch ein Buch liest, andere wollen ein Hörspiel hören oder gar nichts von allem. Nach dem Buch lesen wird ca. um 20.30 Uhr das Licht gelöscht.
Wenn ich während der Nacht etwas benötige, kann ich die Betreuungsperson aufwecken, die Nachtpikettdienst hat. Sonst schlafe ich aber die ganze Nacht durch und bin ruhig.
Am nächsten Morgen werde ich durch meinen Wecker geweckt. Ich stehe selbständig auf und mache mich für die Schule bereit. Ich habe gestern Abend schon ausgesucht, was ich anziehen möchte. Deshalb geht das Anziehen heute Morgen etwas schneller. Ich esse mein Frühstück und bin bereit, in den Dienstag zu starten.