Heute Morgen werde ich um 07.15 Uhr vom Taxi Zuhause abgeholt. Meine Mutter zieht mir direkt eine Leuchtweste an, damit mich alle im Strassenverkehr gut sehen. Meinen Rucksack mit meinem Znüni drin gebe ich meinem Fahrer. Sonst kann es gut sein, dass ich auf dem Weg nach Hohenrain mein Znüni schon aufgegessen habe.
Nach der Ankunft in Hohenrain warte ich im Taxi, bis mich meine Lehrerin oder der Klassenassistent abholen. Auf dem Weg ins Klassenzimmer begegnen mir viele spannende Dinge. Ein Blätter- oder Schneehaufen, die anderen Schüler oder Lehrpersonen - alles bereitet mir Freude. So ist unser Weg heute etwas länger. Ich komme gerne in die Schule und freue mich auf meine Klasse, auch wenn es mir an einigen Tagen schwer fällt, mich von Mami zu trennen.
Freudig laufe ich im Schulhaus die Treppen hoch. Ich weiss schon sehr gut, wo mein Klassenzimmer ist. Vor dem Schulzimmer ist unsere Garderobe. Dort haben alle ihren eigenen Platz. An meinem Haken und meiner Schuhkiste hängt ein Bild von mir. So weiss ich, wo meine Jacke und Schuhe hingehören. Ich freue mich so fest auf das Klassenzimmer, dass ich etwas hastig alles ausziehe und kaum an den Haken hängen kann. Bevor ich ins Schulzimmer gehe, besuche ich noch kurz die Toilette. Das kann ich schon gut und selbstständig. Dann nehme ich meinen Rucksack und gehe ins Zimmer. Mein Znüniböxli lege ich in den grossen Korb, damit später in der Pause alles bereit gelegt werden kann.
Wenn ich ins Zimmer komme, darf ich erst einmal ankommen und für mich spielen. Ich habe an dem Morgen schon viel erlebt und bin froh, wenn ich ein paar Minuten für mich sein kann. Heute entscheide ich mich für die Legos. Mit denen kann ich mich sehr lange beschäftigen. Wenn der "Biibiip" (Timer) tönt, gehen wir alle in den Morgenkreis. Wir singen alle zusammen ein Lied.
Auf der grossen Tafel sehe ich, welcher Tag heute ist. Wir singen alle zusammen die Namen von allen, die heute hier sind, wer krank ist und welcher Tag ist. Dann schauen wir aus dem Fenster und bestimmen das Wetter. Sehen wir Wolken, scheint bereits die Sonne, oder sind wir über dem Nebelmeer? Auch das Wetter wird auf der grossen Tafel festgehalten.
Nach unserem Morgenritual beginnen wir mit unserem Auftrag. Wir lesen jeden Morgen aus einem Buch. Jeden Tag eine Seite mehr. Nach dem Lesen und ausführlichen Besprechen, was wir gesehen haben, erhalten wir einen Auftrag, passend zu unserem Buch. Dies beschäftigt mich ca. 15 Minuten. Danach dürfen wir nochmals spielen. Heute entscheide ich mich für ein Spiel mit meinen Freunden.
Während dem Spielen kommt meine Bezugsperson zu mir und informiert mich, dass ich heute das Helferkind für den Znüni bin. Das heisst, ich stelle jedem Kind seinen Becher an den Platz, hole Wasser, stelle den Krug auf den Tisch und bringe den grossen Korb, damit jeder sein mitgebrachtes Znüni essen kann.
Da ich immer etwas zappelig bin, trage ich eine Kugeliweste. Diese hat etwas Gewicht, damit ich mich und meinen Körper besser spüre. So kann ich ruhiger sitzen und mein liebevoll zubereitetes Znüni geniessen. Heute hat mir meine Mutter ein feines Sandwich, Fruchtstücke und Mini-Gurken eingepackt.
Nach dem Znüni geht jeder nochmals auf die Toilette, damit wir für die grosse Pause im Freien bereit sind. Wir ziehen uns dem Wetter entsprechend an, denn wir gehen bei jedem Wetter spielen.
Wenn die Kirchenglocke läutet, heisst das für uns, dass wir zurück ins Zimmer gehen. Wir ziehen unsere Regenkleider aus und hängen alles schön auf, damit es für Morgen trocknen kann.
Zurück im Zimmer arbeiten wir an unserem Auftrag weiter, wir schaukeln und spielen.
… der BiiBiiip klingelt wieder, Zeit für Mittagessen, denn heute habe ich auch am Nachmittag Schule. Ich werde von meiner Betreuungsperson auf die Gruppe gebracht, um mich für den Nachmittag zu stärken.
Am Nachmittag steht mein absolutes Highlight an - wir gehen Schwimmen. Die Betreuungsperson aus der Gruppe bringt mich direkt in die Schwimmhalle, wo wir uns umziehen. Am liebsten hänge ich jedes Kleidungsstück an einen einzelnen Haken. Sieht doch toll aus, wenn jede Socke, Unterhose, T-Shirt an einem einzelnen Haken hängt.
Wir ziehen die Flügeli an uns los geht’s. Ich darf rumplantschen, das warme Wasser geniessen und mit meinen Gspändli spielen. So lange bis Frau Stöckli uns ruft und wir wieder aus dem Wasser müssen. Wir ziehen uns um und gehen gemeinsam zum Zvieri. Dann ziehe ich meine Leuchtweste an und werde aufs Taxi gebracht. Nach meinem Schultag bin ich soo müde, dass ich manchmal auf dem Heimweg im Taxi einschlafe. Das Taxi hält vor meiner Haustüre, wo Mami oder Papi mich abholen.