Schulangebote Asyl

Die Schulangebote Asyl stellen die Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Asylstatus sicher. Sie sind zuständig für die Beschulung von Kindern und Jugendlichen im volksschulpflichtigen Alter, solange diese in einem kantonalen Asylzentrum wohnen.  

Zielgruppen

Die Schulangebote Asyl unterscheiden innerhalb der obligatorischen und nachobligatorischen Schulzeit drei Zielgruppen, auf die ihr Angebot ausgerichtet ist:

  • Begleitete Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern in einem kantonalen Asylzentrum wohnen
  • Unbegleitete minderjährige Asylsuchende, die im kantonalen Asylzentrum Grosshof wohnen
  • Jugendliche über 16 Jahre, welche die obligatorische Schulzeit bei den Schulangeboten Asyl beenden, jedoch aufgrund ihrer späten Einreise nicht über ausreichend Deutschkenntnisse und schulische Kompetenzen für den Berufseinstieg verfügen

Angebote

 

Angebote Ziele Zielgruppen
SIAZ-Klassen
(SIAZ = Schule im Asylzentrum)
  • Vorbereitung auf den Übertritt in eine Regelklasse
  • Deutsch lernen
  • mit dem Schulalltag in der Schweiz vertraut werden

Begleitete Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern in einem kantonalen Asylzentrum wohnen

MNA U16-Klassen
(MNA = Mineurs non accompagnés)

  • Kompetenzen für die berufliche Integration erwerben
  • Deutsch lernen
  • mit dem Schulsystem und dem Schulalltag in der Schweiz vertraut werden
Unbegleitete Jugendliche, die im kantonalen Asylzentrum Grosshof wohnen
Anschlussklasse Ü16
  • fachliche und überfachliche Kompetenzen im Hinblick auf die berufliche Integration vertiefen
  • Vorbereitung auf das Integrationsbrückenangebot IBA
  • Möglichkeit, die Volksschule zu verlängern
Spät eingereiste Jugendliche mit Asyl- oder Flüchtlingsstatus, die noch nicht bereit sind für den Berufs- oder Arbeitseinstieg

Lehrplan

Der Unterricht der Schulangebote Asyl orientiert sich am Lehrplan des Kantons Luzern und bereitet die Lernenden auf die Eingliederung ins reguläre Schul- und Bildungssystem der Schweiz vor. Hauptfächer sind Deutsch und Mathematik. Geübt werden auch überfachliche Kompetenzen wie Arbeitshaltung, Pünktlichkeit, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit.

Unterricht

Die Kinder und Jugendlichen starten sowohl psychisch als auch schulisch mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Viele fallen als Folge ihrer Kriegs- und Fluchterfahrungen durch Konzentrationsstörungen und andere Symptome auf. Einige können weder lesen noch schreiben oder kennen die lateinische Schrift nicht.

Nach der Ankunft im Asylzentrum machen die Kinder und Jugendlichen einen Einstufungstest. Die Ergebnisse bilden zusammen mit dem Alter die Grundlage für die Klasseneinteilung.

Der Unterricht findet von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr statt. Der Stundenplan ist so gestaltet, dass die Kinder und Jugendlichen das Mittagessen im Asylzentrum einnehmen können.

Schulstandorte

Die Schülerzahl ist sehr volatil. Zurzeit (September 2018) besuchen rund 120 Kinder und Jugendliche die Schulangebote Asyl. Sie werden an vier Standorten unterrichtet. Hauptstandort ist das Schulhaus Schädrüti in Luzern. Hier besuchen die älteren Kinder den Unterricht.

Standort  Angebote 
Geuensee, nahe Aufenthaltszentrum

SIAZ-Klassen (1. Zyklus)

Luzern, Durchgangszentrum Hirschpark

(bis Dez. 2018)

SIAZ-Klassen (1. Zyklus)

Luzern, Schulhaus Schädrüti
  • SIAZ-Klassen (2./3. Zyklus)
  • SIAZ -Klassen (1. Zyklus) ab Dez.18
  • MNA-U16 Klassen
  • Anschlussklasse Ü16
Rothenburg, Durchgangszentrum SIAZ-Klassen (1. Zyklus)

1. Zyklus: KG und 1./2. Klasse I 2. Zyklus: 3. - 6. Klasse I 3. Zyklus: 7. - 9. Klasse

Integration

Sobald die Kinder vom Zentrum weg in individuelle Wohnungen ziehen, beginnt ihre Integration in die Gemeindeschule.  Die Schulangebote Asyl geben eine Empfehlung ab zur Schulstufe - verbunden mit einem Bericht zum Lern- und Entwicklungsstand des Kindes.

Unbegleitete Kinder und Jugendliche (MNA) wohnen in der Regel bis zum 18. Geburtstag im Zentrum Grosshof. Sie besuchen die Schulangebote Asyl bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit und wechseln dann ins Integrationsbrückenangebot (IBA), das sie auf den Berufseinstieg vorbereitet. Jugendliche, die mit 16 Jahren dafür noch nicht bereit sind, können ihre Schulzeit an den Schulangeboten Asyl um ein oder zwei Unterrichtsjahre verlängern.