Häufige Fragen

Abklärungs- und Zuweisungsverfahren

  • Welche Formulare gibt es? Wer füllt sie aus?

    Auf der DVS-Webseite sind Antragsformulare für Massnahmen der Sonderschulung sowie Anmeldeformulare zur Abklärung eines Sonderschulbedarfs beim kantonalen Fachdienst für Sonderschulabklärungen zu finden. Für die Anmeldung zur Abklärung eines Sonderschulbedarfs bei einem Schulpsychologischen Dienst gelten die Formulare des jeweiligen Schulpsychologischen Dienstes.

  • Anmeldeformular zur Abklärung eines Sonderschulbedarfs

    beim Fachdienst für Sonderschulabklärungen in den Bereichen Sprach-, Körper- und Sinnesbehinderung sowie Verhaltensbehinderung mit Indikation Private Regelschule

    Die Schulleitung füllt das Anmeldeformular unter Einbezug der involvierten Fachpersonen (z.B. Klassenlehrperson, IF-/IS-Lehrperson, Therapeut/innen) aus. Sie unterschreibt es und reicht die Anmeldung mit den vollständigen Unterlagen und der Unterschrift der Erziehungsberechtigten beim Fachdienst für Sonderschulabklärungen ein.
  • Antragsformular für Massnahmen der Sonderschulung

    Wenn aus der Abklärung die Empfehlung für eine Sonderschulmassnahme resultiert, füllt die Schulleitung in Zusammenarbeit mit der abklärenden Stelle (SPD oder Fachdienst für Sonderschulabklärungen) und den involvierten Fachpersonen (z.B. Klassenlehrperson, IF-/IS-Lehrperson, Therapeut/innen) den Antrag für eine Sonderschulmassnahme aus. Sie reicht ihn mit den vollständigen Unterlagen (Abklärungsbericht, Schulbericht, allenfalls Therapie- und Arztberichte) sowie der Unterschrift der Erziehungsberechtigten bei der DVS, Abteilung Schulbetrieb II, ein.

  • Wer informiert die Schulleitung über eine Abklärung vor Kindergarten- bzw. Schuleintritt?

    Die heilpädagogische Früherzieherin oder die Logopädin, welche den oder die Lernende bei der abklärenden Stelle anmeldet.

  • Die Schulleitung der Regelschule initiiert gegen den Willen der Erziehungsberechtigten eine Anmeldung zu einer Abklärung. Worauf ist zu achten?

    Sind die Erziehungsberechtigten mit einer Abklärung nicht einverstanden, kann die Schulleitung der Regelschule nach Anhörung der Erziehungsberechtigten gegen deren Willen eine Abklärung bei der zuständigen Abklärungsstelle anordnen (vgl. § 6 und 7 der Verordnung über die Schuldienste). Die Anordnung muss nicht in Form einer Verfügung erfolgen. Wichtig ist, dass die abklärende Stelle über die Anordnung informiert wird.

  • Darf die Schulleitung gegen den Willen der Erziehungsberechtigten einen Antrag auf Sonderschulmassnahmen einreichen?

    Ja. Sind die Erziehungsberechtigten mit der Antragsstellung nicht einverstanden, kann die Schulleitung der Regelschule nach Anhörung der Erziehungsberechtigten gegen deren Willen einen Antrag auf Sonderschulmassnahmen mit Vermerk der strittigen Punkte bei der DVS stellen (vgl. § 20 der Verordnung über die Sonderschulung).

    Die DVS prüft den eingereichten Antrag, bespricht diesen im Rahmen eines rechtlichen Gehörs mit den Erziehungsberechtigten und entscheidet. Gegen diesen Entscheid können die Erziehungsberechtigten innert 20 Tagen seit Zustellung beim Bildungs- und Kulturdepartement Beschwerde erheben.

  • Wie wird eine Sonderschulmassnahme verlängert?

    Bei der integrativen Sonderschulung leitet die Schulleitung der Regelschule die notwendigen Schritte zur Verlängerung ein. Es sind folgende zwei Wege zu unterscheiden:

    • Wenn unklar ist, ob eine Verlängerung notwendig ist, wenn ein Stufenübertritt ansteht oder wenn die letzte Abklärung bereits mehr als zwei Jahre zurück liegt, nimmt die Schulleitung der Regelschule bis 1. Dezember vor Ablauf der bestehenden Verfügung eine Anmeldung zur Abklärung bei der zuständigen Stelle vor. Falls die Verlängerung empfohlen wird, stellt die Schulleitung im Einverständnis mit den Erziehungsberechtigten und in Absprache mit den beteiligten Fachpersonen bis spätestens 31. Januar einen Antrag mit den entsprechenden Berichten an die DVS.
    • Falls eine Verlängerung ohne Abklärung erfolgen kann, trägt die Schulleitung der Regelschule die erforderlichen Unterlagen und Informationen zusammen. Die IS-Lehrperson und die Klassenlehrperson verfassen gemeinsam den Schulbericht, bei IS Sprache wird ein logopädischer Bericht verlangt Die Schulleitung zieht bei laufenden Schuldienstmassnahmen auch die Schuldienstleitung bei. Die Schulleitung der Regelschule leitet die Gespräche, bei Bedarf unter Einbezug der Leitung IS. Der Antrag für die Verlängerung der Sonderschulung ist bis zum 31. Januar bei der DVS einzureichen.

    Bei der separativen Sonderschulung löst die Schulleitung der Sonderschule das Verfahren aus.

     

  • Die DVS lehnt eine beantragte Sonderschulmassnahme ab. Wie geht es weiter?

    Entscheidet die DVS, dass kein Sonderschulbedarf besteht, sind die Angebote der Regelschule zu nutzen. Die Schulleitung bespricht mit dem SPD und den beteiligten Fachpersonen die Fördermassnahmen vor Ort und informiert die Erziehungsberechtigten. Die Erziehungsberechtigten haben die Möglichkeit, innert 20 Tagen gegen den Entscheid der DVS beim Bildungs- und Kulturdepartement Beschwerde einzulegen.

Abrechnung

  • Eine integrative Sonderschulung wird vorzeitig beendet. Wie ist die Finanzierung geregelt?

    Eine IS wird in der Regel auf Ende eines Schuljahres beendet. Verschiedene Gründe können dazu führen, dass eine IS vorzeitig beendet werden muss:

    1. Wohnortswechsel innerhalb des Kantons
    2. Wegzug in einen anderen Kanton
    3. Kurzfristige Veränderung des Sonderschulbedarfs

    Wird die IS vorzeitig beendet, muss dies der DVS umgehend gemeldet werden. Die für die IS verfügten Massnahmen in der zuständigen Regelschule werden hinfällig. Damit fallen die Arbeitsaufträge weg, obwohl das Anstellungsverhältnis und das festgesetzte Pensum für die vereinbarte Einsatzdauer noch weiterbestehen. Es ist nun im Einzelfall zu prüfen, auf welche Weise eine Lösung gefunden werden kann, die einerseits den personalrechtlichen Bestimmungen und den Finanzen Rechnung trägt, andererseits aber auch für die Lehr- oder Fachpersonen zumutbar ist.

    Merkblatt „Integrative Sonderschulung: Anstellungsfragen“

    Wenn Anstellungen weitergeführt werden müssen, übernimmt die DVS die Bezahlung der verfügten Massnahmen längstens bis zum Ende der regulären Kündigungsfrist.

     

  • Schulen erhalten einen zusätzlichen Kantonsbeitrag, wenn sie bei einer integrativen Son-derschulung die maximale Klassengrösse einhalten. Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

    Die Schule muss ausweisen können, dass sie besondere Massnahmen zur Einhaltung der maximalen Klassengrösse getroffen hat (§ 30a Abs.2 der Sonderschulverordnung). Solche Massnahmen können sein:

    • Teilung der Klasse
    • Umteilung von Lernenden in eine andere Klasse oder in ein anderes Schulhaus
    • Berücksichtigung der maximale Klassengrösse bei der Gesamtplanung

Anstellung der IS-Lehrperson

  • Die IS-Lehrperson wird durch die Schulleitung der Regelschule angestellt. Was muss beachtet werden?
    • Die Schulleitung der Regelschule entscheidet mit der Einreichung des Antrags (31. Januar) ob die Regel- oder die Sonderschule für die Suche und Einstellung der IS-Lehrperson zuständig ist. Die Anstellung soll nach Möglichkeit fristgerecht erfolgen, damit die Einführung an der zuständigen Sonderschule realisiert werden kann.
    • Die IS-Lehrperson verfügt über ein Diplom in Schulischer Heilpädagogik (mit EDK-Anerkennung) und nach Möglichkeit über Erfahrung im entsprechenden Behinderungsbereich.
    • Muss mangels ausgebildeter Heilpädagog/innen eine IS-Lehrperson ohne Zielausbildung eingesetzt werden, muss diese den spezifischen Berufseinführungskurs der PH Luzern besuchen. Zusätzlich muss ein Mentorat eingerichtet werden.
    • IS-Lehrpersonen besuchen die behinderungsspezifischen Weiterbildungsangebote der Sonderschulen oder anderer spezialisierter Anbieter (z.B. Hochschule für Heilpädagogik).
  • Wer ist für die personelle Führung der IS-Lehrpersonen zuständig?

    Wenn die IS-Lehrperson von der Regelschule angestellt ist, ist die Schulleitung der Regel­schule für die Personalführung zuständig. Sie ist auch für das Beurteilungs- und Förderge­spräch verantwortlich. Die Leitung IS der Sonderschule unterstützt sie in Bezug auf spezifische fachliche Aspekte.

    Wenn die IS-Lehrperson durch die Sonderschule angestellt ist, ist die Leitung IS der Sonderschule für die personelle Führung zuständig. Sie ist auch für das Beurteilungs- und Fördergespräch verantwortlich. Von der Schulleitung der Regelschule erhält sie Hinweise zur Zusammenarbeit im Schulteam.

    Die detaillierte Aufteilung der Aufgaben zwischen Schulleitung der Regelschule und IS-Leitung ist im Dokument "Geistige und Köperbehinderung: Zuständigkeit Leitungspersonen. Funktionsdiagramm" aufgezeigt.

    Rahmen & Umsetzung

Transport

  • Ein Kind mit integrativer Sonderschulung kann den Schulweg nicht selbständig bewältigen. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

    Kann ein Kind den Schulweg behinderungsbedingt nicht selbständig bewältigen, kann die Schulleitung bei der DVS die Übernahme der Transportkosten beantragen. In der Regel werden die Fahrtkosten des Kindes mit ÖV oder ein Kilometertarif für Fahrten mit dem Privatauto übernommen. Ist es den Erziehungsberechtigten nicht möglich, das Kind mit ÖV oder Auto zu bringen, kann die DVS im Einzelfall den Transport mit dem Taxi bewilligen. Lohnkosten für eine Begleitperson können nicht übernommen werden. Allenfalls kann ein Teil des von der DVS finanzierten Betrags für "Diverse Kosten" eingesetzt werden. Wenn es darum geht, zu lernen, den Schulweg selbständig zu bewältigen, kann der befristete Einsatz einer Klassenassistenz geprüft werden.

  • Ein Kind mit integrativer Sonderschulung kann den Weg zu einer verfügten Therapie nicht selber bewältigen. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

    Grundsätzlich sind die Erziehungsberechtigten für die Organisation des Transports der Lernenden von der Schule in die Logopädie und Psychomotorik zuständig.

    Kann ein integrativ geschultes Kind den Weg in eine von der DVS verfügte Therapie behinderungsbedingt nicht bewältigen, kann bei der DVS die Übernahme der Transportkosten beantragt werden (ÖV oder Privatauto). Ist es den Erziehungsberechtigten nicht möglich, das Kind mit ÖV oder Auto zu bringen, kann die DVS im Einzelfall den Transport mit dem Taxi bewilligen.

    Alle notwendigen Unterlagen zum Thema Transport und Sonderschulung finden Sie unter:

    Transporte

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