Fachunterricht & Förderangebote

Fachunterricht

Am Fachunterricht HRU (Heilpädagogischer Religionsunterricht) und Schwimmen nehmen alle Schülerinnen und Schüler teil.

Die Jugendlichen der Ober- und Werkstufe besuchen zusätzlich den Fachunterricht Werken, Textiles Werken und Hauswirtschaft.

Heilpädagogischer Religionsunterricht (HRU)

Der Heilpädagogische Religionsunterricht (HRU) wird an der HPS Willisau an allen Klassen von einer Katechetin mit der Zusatzausbildung HRU, ökumenisch unterrichtet.

Der HRU führt die Schülerinnen und Schüler in die Grundlage des christlichen Glaubens ein. Der Unterricht bezieht sich auf christliches Glaubenswissen und christliche Glaubenspraxis. Sind Geschichten und Erlebnisse schon in der Regelklasse ein wichtiges Element, ist der HRU erst recht auf Handlung und die Sinne ausgerichtet. Die Schulung der Sinne gehört daher im HRU zum Basisbereich der heilpädagogischen-religiösen Förderung. Der HRU hilft den Schülerinnen und Schülern, Ausdrucksformen des Glaubens in Bildern, Gesten und Symbolen, in Geschichten, in Liedern, Gebeten, Ritualen und Feiern zu entwickeln. Die Kinder und Jugendlichen finden Zugang zur Sprache der religiösen Symbole der Liturgie. Sie entwickeln eine eigene Sprache für das Religiöse.

Zusammen mit unserem Behindertenseelsorger Bruno Hübscher feiern wir regelmäßige Schulgottesdienste und Sakramentenfeiern.

Da es uns wichtig ist, in unserer Schulgemeinschaft gegenseitigen Respekt, Achtsamkeit, Toleranz und ein friedliches, wohlwollendes Zusammensein zu fördern, sind die Türen des christlichen, Heilpädagogischen Religionsunterrichtes auch für konfessionslose Kinder und Jugendliche oder Schülerinnen und Schüler aus anderen Religionen geöffnet.

Heilpädagogischer Religionsunterricht (HRU)

Schwimmen

Das Wasser bietet andere Bedingungen und Gesetzmässigkeiten als das Land.

So können unsere Kinder das Wasser und seine unterschiedlichen Eigenschaften wie Dichte und Druck, Wasserwiderstand und Auftrieb kennenlernen und erfahren. Vom einfachen Gleichgewichthalten im Wasser bis hin zur gezielten Fortbewegung, z.B. Crawl, Brust- oder Rückenschwimmen fördern wir die Fähigkeiten im Bereich der motorischen Grundeigenschaften. Als Grundlage lernen wir das Tauchen, Atmen, Springen, Auftreiben und Gleiten. Später kommen dann Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordinationsfähigkeit dazu.

Für die emotionalen Lernziele nutzen wir die Eigenschaften des Wassers in seiner ganzen Vielfalt. So vermitteln wir Spass und Freude am Spiel und durch die Bewältigung von Bewegungsaufgaben, die auch Mut erfordern, versuchen wir das Selbstvertrauen zu fördern.

Schwimmen
Schwimmen

Textiles Werken

Die Jugendlichen der Ober- und Werkstufe besuchen wöchentlich zwei Lektionen Textiles Werken.

Dem Textilen Werken liegen gestalterische, funktionale, handwerkliche und materielle Aspekte zu Grunde.

Der Ausgangspunkt zu jedem textilen Werk ist das textile Material. Dieses bietet Erlebnisse und Erfahrungen bezüglich Wirkung, Bearbeitung und Einsatzmöglichkeit.

Der Weg von der Idee zum Produkt beinhaltet sowohl praktische wie theoretische Schritte. Es geht einerseits um handwerklich motorische Aktivitäten und andererseits um Lösungsfindungen für konstruktive und funktionelle Problemstellungen.

Gestalterische Gesichtspunkte fliessen in den ganzen Arbeitsprozess ein. Die Frage nach persönlicher Ästhetik steht nicht nur bei der Planung im Mittelpunkt, sondern stellt sich bis zum letzten Stich immer wieder ein.

Mit jedem Werk machen die Jugendlichen Erfahrungen und verstehen damit ihre Umwelt ganzheitlicher.

Das in der Arbeit aufgebaute Vertrauen und Können gibt Impulse für Freizeit und Berufswahl.

Hauswirtschaft

Im Fach Hauswirtschaft lernen die Jugendlichen Schritt für Schritt ihren Alltag so autonom wie möglich zu gestalten. Die Grundlagen dazu erarbeiten wir mit den Jugendlichen in den Themenbereichen Ernährung, Bekleidung, Wohnen, Gesundheit, Geborgenheit und Zurechtfinden in einer grösseren oder kleineren Gemeinschaft.

Mit den Projekten Hauspartyservice und 12.12 öffnen wir den Unterricht. Die Jugendlichen zeigen ihr Können einer breiteren Öffentlichkeit.

Hauswirtschaft

Förderangebote

Musikalische Einzelförderung

Musikalische Einzelförderung ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit autistischer Prägung und/oder mit sprachlichen Einschränkungen bedeutsam. Mittels Experimentieren und Beobachten entwickelt die musikalische Einzelförderung individuell angepasste Methoden, um Konzentrationsfähigkeit zu stärken, den emotionalen Zugang zum Gehörten anzuregen, auditives Gestalten als ein Aktivitätsfeld zu erschliessen, strukturiertes Wahrnehmen zu fördern, dialogische Möglichkeiten auszuweiten und Kontakte mittels Musik als intermediäres Objekt zu pflegen.

Musikalische Einzelförderung

Rhythmik

Rhythmik heisst lernen durch Musik und Bewegung. Durch das ganzheitliche Arbeitsprinzip „Erleben – Erkennen – Benennen“ werden die Sinneswahrnehmungen, musikalische, motorische und soziale Fähigkeiten geschult. Auch wird die Freude an der Musik, an der Bewegung und an diversen Materialien geweckt. Die Kinder und Jugendlichen werden in ihrer Eigeninitiative unterstützt und in ihrem Selbstvertrauen gestärkt. Rhythmik spricht den Menschen durch die Kombination von Musik und Bewegung auf eine sehr direkte Art an.

Rhythmik richtet sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendlichen. Im heilpädagogischen Einzel- und Kleingruppenunterricht versteht sie sich als pädagogisch-therapeutische Massnahme.

Rhythmik

Unterstützte Kommunikation (UK)

Leitgedanken

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick)

Kommunikation ist für uns äussern von Bedürfnissen sowie Verständigung und Austausch von Informationen zwischen Menschen. Dieses Senden und Empfangen verschiedenster Signale (einschliesslich der Mimik und Gestik) kann besondere Hilfen erfordern, wenn man nicht oder nicht genügend über Lautsprache verfügt.

Den nicht lautsprachlichen Schülerinnen und Schülern unserer Schule ermöglichen wir, Mittel und Wege kennen zu lernen, um sich alternativ durch Gebärden, Symbole oder eine elektronische Kommunikationshilfe auszudrücken, sodass ihnen die Partizipation und Mitbestimmung in unserem schulischen Alltag ermöglicht wird.

Zielgruppe

Schüleinnen und Schüler welche sich nicht oder nicht ausreichend mit Hilfe der Lautsprache verständigen können.

Angebote

Innerhalb der Klassen und Therapien bieten wir jeder Schülerin, jedem Schüler entsprechende Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation an, um sich alternativ ausdrücken zu lernen.

Unser Schulhaus ist so gestaltet, dass durch Symbole (PCS), Gebärden und Fotos eine Orientierung im Alltag einfacher wird.

Wir haben monatlich eine interne Beratung in Unterstützter Kommunikation, welche auf kollegialer Ebene abläuft. Alle Lehrpersonen haben dabei die Möglichkeit, Antworten und Tipps auf ihre Fragen zum Thema UK von einer in UK ausgebildeten Lehrperson zu erhalten.

Standards/Abmachungen

An der HPS Willisau verwenden wir:

  • die Piktogramme aus der Boardmaker-Sammlung (PCS)
  • die Gebärden von Anita Portmann
  • die Tagesfarben: Montag blau; Dienstag rot; Mittwoch grün; Donnerstag gelb, Freitag violett; Samstag braun; Sonntag orange

Definition von Unterstützter Kommunikation (UK)

Kommunikationsunterstützende Massnahmen, die ergänzend (augmentative), bzw. ersetzend (alternative) zur Lautsprache Kommunikation möglich machen. (Englisch „AAC“:Augmentative and alternativ Communication)

Fachunterricht Einzelförderung
Fachunterricht Einzelförderung
Fachunterricht Einzelförderung
Fachunterricht Einzelförderung

Gestützte Kommunikation (FC)

„Gestützte Kommunikation“, Facilitated Communication (FC), ist eine Form der unterstützten Kommunikation, bei welcher die Person mit einer Kommunikationsbeeinträchtigung eine körperliche Hilfestellung vom Gesprächspartner erhält. Die Methode wird bei Menschen mit einer starken Beeinträchtigung der verbalen Kommunikation angewendet (oft bei Menschen mit Autismus). Diese können mit Hilfe der Stütze durch das Zeigen von Bildern oder Buchstaben an der Kommunikation teilhaben. Eine Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein einer inneren Sprache. Es ist sehr wichtig, dass die Stützperson nur physisch stützt und den Nutzer nicht zu Piktogrammen oder Buchstaben hinführt. Die Autonomie muss gefördert werden, indem man die Stütze Schritt für Schritt ausblendet.