Frühe Hilfe

Ein Netzwerkangebot der Baby- und Kleinkindersprechstunde (BKS) des KJPD, des Heilpädagogischen Früherziehungsdienstes des Kantons Luzern (HFD) und des Kinderspitals Luzern.

Ausgangslage und Idee

Die frühe Eltern-Kind-Interaktion ist eine wesentliche Grundlage für die normale Entwicklung eines Kindes. Insbesondere die Eltern von Kindern mit syndromalen Erkrankungen, Entwicklungsbeeinträchtigung oder Frühgeburtlichkeit stehen vor speziellen Herausforderungen. Auch das psychosoziale Umfeld der Eltern hat wesentliche Auswirkungen auf die Eltern und über sie auf die Entwicklung eines Kindes. In Familien, in welchen die Eltern durch psychosoziale Probleme massiv belastet sind, kann es ohne gezielte stützende Interventionen zu Entwicklungsgefährdungen bei den Kindern kommen.

Zielsetzung

Um bestmögliche Entwicklungschancen für Säuglinge und Kleinkinder mit schwerwiegenden und/oder multiplen Risikofaktoren zu schaffen, soll die frühe Eltern-Kind-Interaktion gezielt gefördert und die Elternkompetenz nachhaltig gestärkt werden. Um Familien wirkungsvoll in ihrer Beziehungsgestaltung zu unterstützen, ist eine fallbezogene und allgemeine Zusammenarbeit unserer Institutionen wichtig. Der Austausch bewirkt, dass sich die verschiedenen Gesichtspunkte (medizinische, soziale, psychologisch-psychiatrische und pädagogische) positiv ergänzen können.

Angebot

Diese gezielte "Frühe Hilfe" ist als Ergänzung und Weiterführung der bereits bestehenden ambulanten Angebote wie Mütter- und Väterberatung, Kinderarzt usw. gedacht und wird im Kinderspital über das Behandlungsteam den Eltern vorgestellt. Die "Frühe Hilfe" ist ein niederschwelliges Angebot. Die Mitarbeiterinnen des HFD können die Familien zu Hause gezielt beraten und begleiten. Dadurch besteht auch die Möglichkeit zu erfahren, wie die Familie lebt und wie sie in ihrem alltäglichen Kontext funktioniert. Sie können helfen, Stress für Eltern und Kind zu reduzieren und den Bedürfnissen entsprechend Fördermassnahmen zur Stärkung der Elternkompetenz einzuführen. Sind bestehende Interaktions-Probleme trotz Unterstützung und Beratung durch den HFD nicht zu beheben, ermöglicht es die Zusammenarbeit zwischen HFD und BKS frühzeitig, ernstere Störungen der Beziehungsentwicklung zu erkennen und ein therapeutisches Angebot bei der BKS einzuleiten. Die Weiter-/Parallelbetreuung kann zeitnah und effizient durchgeführt und bei positiver Entwicklung der Eltern-Kind-Interaktion wieder beendet werden. Im besten Fall werden so Verhaltensstörungen und psychiatrische Symptome im Entstehen verhindert.

Anmeldung

Die Eltern werden im Rahmen des Spitalaufenthalts über die Möglichkeiten der "Frühen Hilfe" informiert. Falls die Eltern mit einer Anmeldung einverstanden sind, erfolgt eine telefonische Anmeldung aus dem Kinderspital – koordiniert durch den Sozialdienst - durch die Pädiatrie, Kinderchirurgie oder den K+L-Dienst. Das Angebot der BKS wird durch die Krankenkasse abgerechnet. Das Angebot des HFD wird durch die Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern finanziert und ist für die Eltern kostenlos.